Callcenter: Tricks mit Fördergeldern
Service-Center entstehen häufig dort, wo neue Arbeitsplätze öffentlich gefördert werden. Doch aus den vermeintlich sicheren und fair bezahlten Arbeitsplätzen werden Zug um Zug immer mehr prekäre Beschäftigungen.
Quelle: SR-
Tiede schreibt am 02.02.2012
um 12:27 Uhr:
In Rostock sind 1300 Euro brutto schon die besser bezahlten Callcenterjobs. Die Leute werden in solche Positionen mit Hilfe der Gesetzgebung und der Arbeitsagentur als Erfüllungsgehilfen gezwungen. Traurigerweise sind selbst diese 1300 Brutto schon viel Geld für einen Job im Dienstleistungsgewerbe in unserer Region. Verkäuferinnen im Einzelhandel gehen auch schon mal mit 800 Euro brutto nach Hause. Der Unternehmerverband MV wundert sich alle Jahre wieder warum denn die jungen Leute (meinetwegen auch die so genannten Fachkräfte) hier in MV nicht mehr zu finden seien... da fällt mir leider auch nichts mehr zu ein.
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Callcentergeschädigter schreibt am 03.02.2012
um 03:51 Uhr:
Auch in NRW sieht es nicht besser aus, in Münster betreibt die Zwei Löwen Mediawerk GmbH ein Callcenter, in dem es sogenannte "Zeitvariable" Verträge gibt. Heißt im Klartext: Mal 20, mal 40 Stunden die Woche arbeiten, allerdings gibt es keinen bezahlten Urlaub und keine bezahlten Krankheitstage. Der Lohn liegt bei 7,50€/Std. brutto. Kommt man unter eine bestimmte Stundenzahl im Monat wir der Lohn auf 6,10€/Std. herabgesetzt. Das Callcenter telefoniert hauptsächlich für sogenannte "Mehwertdienste" (z.B. Buongiorno GmbH, bekannt für Abofallen etc.) Diese Stellen werden tatsächlich durch das Jobcenter vermittelt. Wer sich gegen Vertrag wehrt bekommt die Antwort er könne ja gehen. Pfui!
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